Pressemitteilung des AStA der Goethe-Universität Frankfurt zur Wiederwahl von Enrico Schleiff als Unipräsidenten
Kein Kurswechsel in Sicht – AStA fordert verbindliche Beteiligung und Schutz der Studienbedingungen
Der Erweiterte Senat der Goethe-Universität hat Prof. Dr. Enrico Schleiff erneut zum Präsidenten gewählt. Für den AStA bedeutet diese Entscheidung vor allem eines: Es ändert sich zunächst nichts. „Angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre sehen wir keinen Anlass zu der Annahme, dass sich die aktuellen Probleme – von verschärften Studienbedingungen bis zu einem wiederkehrenden Mangel an transparenter, wertschätzender Kommunikation – unter derselben Leitung substanziell verbessern werden“, stellt Safin Rahi vom AStA Vorstand klar.
In der hochschulöffentlichen Anhörung traten zwei Kandidaten an: Prof. Dr. Roger Erb und Prof. Dr. Enrico Schleiff. Beide präsentierten sich als Garanten von „Kontinuität“ und „Stabilität“ – zugleich hat die Fragerunde nach unserer Einschätzung offengelegt, dass die Hochschulleitung insgesamt vor einer Vertrauenskrise steht, die nicht durch wohlklingende Formeln zu „Partizipation“ und „Transparenz“ zu beheben ist. Bleta Berisha vom Vorstand stellt klar: „Ein Präsident muss aus Sicht des AStA Studienbedingungen schützen statt Kürzung nach Kürzung politisch abzunicken, Beteiligung verbindlich machen und Entscheidungen so kommunizieren, dass Gremien nicht erst im Nachhinein informiert werden.“
Der AStA hatte deshalb öffentlich gegen eine Wiederwahl von Prof. Schleiff votiert. Grundlage waren unsere Erfahrungen mit seinem Führungsstil: Studienbedingungen haben sich aus unserer Sicht semesterweise verschlechtert; Austausch war wiederholt von Hürden begleitet; zentrale studentische Anliegen – etwa im Umgang mit Kürzungsmaßnahmen, der neuen Rahmenordnung oder der Forderung nach einem Studierendenhaus – wurden nicht ausreichend ernst genommen. Hinzu kommt, dass Prof. Schleiff die Zusammenarbeit mit dem AStA u.a. über den Jour fixe als „sehr gute Arbeitsbasis“ darstellte, er jedoch selbst nur an wenigen Terminen teilgenommen habe – ein Widerspruch, der Vertrauen weiter beschädigt.
Unsere Forderungen nach der Wiederwahl sind klar:
- Bruch mit der bisherigen Praxis des Durchregierens: demokratische Kultur wiederherstellen, Beteiligung verbindlich machen, Transparenz praktisch umsetzen.
- Aktiver Einsatz gegen Kürzungslogiken: Studienbedingungen in Lehre, Betreuung, Infrastruktur und sozialer Absicherung priorisieren – nicht Kürzungsdruck verwalten.
- Offensive Interessenvertretung gegenüber der Landespolitik statt Alternativlosigkeitsrhetorik im Umgang mit Unterfinanzierung/Hochschulpakt.
- Transparente Kriterien bei Mittelverteilung und Leistungsparametern, damit Fachbereiche nicht gegeneinander ausgespielt werden; echte Mitsprache statt bloßem „Austausch“.
- Respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit der Studierendenschaft – einschließlich verlässlicher, präsenter Kommunikation in etablierten Formaten (Jour fixe) und frühzeitiger Einbindung in Entscheidungen.
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